Eigenkapital

Das Eigenkapital besteht aus dem Nennkapital, den Kapitalrücklagen, den Gewinnrücklagen und dem Bilanzgewinn bzw. Bilanzverlust inkl. Gewinn-/Verlustvorträge.

Das Nennkapital wird bei Aktiengesellschaften “Grundkapital” bezeichnet und muss mind. € 70.000,00 betragen.

Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung ist das Nennkapital das “Stammkapital”. Das Stammkapital beträgt grundsätzlich € 35.000,00, wobei mind. die Hälfte davon in bar eingebracht werden muss. Auch Sacheinlagen sind zulässig.

Kapitalrücklagen entstehen, sobald Eigenkapital von außen dem Unternehmen zugeführt wird. Beispiele wären beispielsweise Zuzahlungen bzw. Nachschüsse von Gesellschaftern oder die Einzahlung von Agiobeträgen, wenn Anteile ausgegeben werden. Kapitalrücklagen werden weiters untergliedert in gebundene Kapitalrücklagen und ungebundene Kapitalrücklagen. Gebundene Kapitalrücklagen sind beispielsweise Beträge, die bei der Ausgabe von Anteilen entstehen, weil die Anteile zu einem höheren Wert als zum Nennwert ausgegeben werden. Der Name “gebundene Kapitalrücklage” resultiert daraus, dass der Wert dieser Kapitalrücklagen nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden darf. “Ungebundene” Kapitalrücklagen hingegen dürfen an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Sie entstehen beispielsweise durch Zuzahlungen von Gesellschaftern.

Der Gewinnrücklage wird jener Gewinn zugeführt, der weder ausgeschüttet noch vorgetragen wird. Gewinnrücklagen gelten immer als versteuerte Rücklagen und haben somit keinen Einfluss auf das steuerliche Ergebnis.

Der Bilanzgewinn bzw. Bilanzverlust ist jener Betrag, der nach Rücklagenbildung vom Gewinn übrig bleibt. Ist er positiv, kann er als Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Siehe auch:
Bilanz
Gewinn
Gewinnermittlungsarten
Hälftesteuersatz
Jahresabschluss
Steuerbemessungsgrundlage
Umsätze
Unversteuerte Rücklagen