Erbschafts- und Schenkungssteuer

Seit 31. Juli 2008 wird keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr eingehoben. Damit das Finanzamt Vermögensverschiebungen nicht aus den Augen verliert, wurde das Schenkungsmeldegesetz (SchenkMG) eingeführt. Demnach sind Schenkungen und Zuwendungen von bestimmtem “qualifiziertem” Vermögen dem zuständigen Finanzamt zu melden. Der Erwerber, Geschenkgeber, Zuwendende sowie Rechtsanwälte und Notare, die beim Erwerb oder der Errichtung der Vertragsurkunde mitwirkten, sind zur Anzeige verpflichtet.
Der Begriff “qualifiziertes Vermögen” umfasst

  • Bargeld,
  • Kapitalforderungen,
  • Anteile an Kapitalgesellschaften, Beteiligungen als stiller Gesellschafter,
  • Anteile an Personenvereinigungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit,
  • Betriebe, die zur Erzielung von EK aus Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit und Land- und Forstwirtschaft dienen,
  • bewegliches körperliches Vermögen und
  • immaterielle Vermögensgegenstände.

Die Anzeigepflicht entfällt, wenn zwischen nahen Angehören pro Jahr nicht mehr als € 50.000,00 geschenkt wird und zwischen fremden Dritten nicht mehr als € 15.000,00 innerhalb von 5 Jahren geschenkt wird.