13.09.17

Rechtssicherheit für Arbeitgeber

Werkvertrag oder Dienstverhältnis? Diese Frage klärt sich bei der Beschäftigung von Mitarbeitern oft erst bei einer Lohnabgabenprüfung. Das Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetz regelt die Vorgangsweise bei Einstellung und was bei einer Umqualifizierung zu tun ist.

lächelnde junge frau mit laptop

Klärung bei Einstellung

Bei neuen Selbstständigen, bestimmten freien Gewerben und bei Aufnahme einer bäuerlichen Nebentätigkeit wird mittels Fragebogen geprüft, ob man selbstständig oder unselbstständig erwerbstätig ist und welche Versicherung versichert. Die betroffenen Versicherungsträger prüfen die Zuordnung. Nach Einigung mit dem Dienstgeber ist die Zuordnung bindend, solange sich der Sachverhalt nicht ändert.

 

Umqualifizierung

Wird ein Werkvertragsnehmer im Rahmen einer Lohnabgabenprüfung zum Dienstnehmer umqualifiziert, hatte das für den unfreiwilligen Arbeitgeber unangenehme Folgen. Er musste die vollen Dienstnehmer- und Dienstgeberbeiträge plus Zinsen an die Gebietskrankenkasse (GKK) bezahlen. Der Mitarbeiter bekam zwar die SVA-Beiträge refundiert, konnte diese aber ohne Vereinbarung behalten.

6.09.17

So will die Finanz Steuersünder aufspüren

Ein neues Verfahren – Predictive Analytics – soll mit größerer Treffsicherheit prüfungswürdige Unternehmen aufspüren. Besonders unangenehm, wenn man selbst zu einem Prüfungsfall wird.

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Beim Verfahren des „Predictive Analytics“ werden großen Datenmengen systematisch untersucht, um bestimmte Muster von Abgabensündern zu erkennen. Die Finanz kann auf einen riesigen Datenschatz durch elektronische Steuererklärungen und Jahresabschlüsse inkl. Kennzahlen zurückgreifen und nutzt diese Big Data zur Vorhersage, wer wahrscheinlich ein schwarzes Steuer-Schaf ist.

 

Die Finanz hat berechnet, dass man durch den Einsatz der Predictive Analytics Software ein Mehrergebnis von 10.000 Euro erzielen kann. Bisher brachte jede zweite Betriebsprüfung weniger als 3.600 Euro. Es wäre grundsätzlich zu begrüßen, wenn die tatsächlichen Steuersünder aufgedeckt werden. Ob das Mehrergebnis tatsächlich erzielt wird, werden die nächsten Jahre zeigen.

1.09.17

Änderungen beim NeuFöG

Gründer sind durch das Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) von Gebühren und einigen Abgaben befreit. Mit Ende Juli wird der Zugang noch einfacher.

Zartes Pflänzchen

Um in den Genuss der NeuFöG-Befreiungen zu kommen, muss sich eine Gründerin oder ein Gründer beraten lassen. Bei Unternehmen mit Gewerbeschein macht das die Wirtschaftskammer, ohne gesetzliche Vertretung die SVA. Ab 31. Juli 2017 darf nun auch die Wirtschaftskammer Beratungen für Gründer ohne Berufsvertretung durchführen. Damit sollen noch mehr Unternehmen die NeuFöG-Befreiungen nutzen können.

25.08.17

LEI-Nummer für Wertpapierhandel

Unternehmen brauchen für Wertpapiergeschäfte ab 2018 eine Legal Entity Identifier (LEI)-Nummer. Betroffene sollten sich bald darum kümmern.

businessman with a barcode in his nape

Beim LEI handelt es sich um eine 20stellige Kennnummer, die weltweit eine eindeutige Identifizierung von Teilnehmern am Finanzmarkt ermöglicht. LEI-fähig sind alle Unternehmen im Firmenbuch – damit auch eingetragene Einzelunternehmen -, Vereine und öffentliche Verbände wie Gemeinden. Nicht LEI-fähig sind Privatpersonen oder Einzelunternehmen ohne Firmenbucheintragung.

 

Die Banken müssen Wertpapiergeschäfte von LEI-fähigen Unternehmen und Institutionen ab 2018 mit LEI-Nummer an die Finanzmarktaufsicht (FMA) melden. Bei außerbörslichen Finanzderivaten muss bereits jetzt gemeldet werden. Die Banken beginnen derzeit, betroffene Unternehmen zu informieren.

21.08.17

Gewerberecht wird vereinfacht

Die Gewerberechtsnovelle ist beschlossen. Statt 440 freien Gewerben wird es eine allgemeine Gewerbelizenz geben. Auch das „Hineinarbeiten“ in andere Gewerbe wird einfacher.

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75 statt 80 reglementierte Gewerbe

Die Liste jener Gewerbe, die eine bestimmte Berufsbefähigung voraussetzen, wurde von 80 auf 75 reduziert, wobei einige Gewerbe nur zusammengelegt wurden. Wirklich liberalisiert wurden lediglich die Erzeugung von kosmetischen Artikeln und die Arbeitsvermittlung.

 

Freigabe von Teilgewerben

Auch alle Teilgewerbe mit Ausnahme von Hufschmied und Erdbau werden freie Gewerbe. Unten finden Sie eine Liste der Teilgewerbe.

10.08.17

Wer ist wirtschaftlicher Eigentümer?

Diese Frage soll bald das Register der wirtschaftlichen Eigentümer beantworten. Unternehmen müssen sich eintragen und die Finanz darf darauf zugreifen.

Group of Business People Running in Row

Zur Bekämpfung von Briefkastenfirmen, Strohmann-Konstruktionen und Geldwäsche wird ab Jänner 2018 ein Register eingeführt, das die wirtschaftlichen – also die wahren – Eigentümer von Gesellschaften, Vereinen etc. aufzeigen soll. Erstmals werden auch Stiftungen und Fonds mit Ihren Eigentümern bzw. Stiftern zentral erfasst.

 

Wirtschaftlicher Eigentümer

Das neue Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz (WiEReG) sieht als wirtschaftliche Eigentümer natürliche Personen, die z.B. bei Aktiengesellschaften und GmbHs direkt oder indirekt mit mehr als 25 Prozent beteiligt sind. Es kommt allerdings nicht auf die formalen Eigentumsverhältnisse an, sondern es werden jene Personen erfasst, die die tatsächliche Kontrolle ausüben. Bei Treuhandverhältnissen sind das zumeist die Treugeber, bei Privatstiftungen die Stifter und bei Vereinen die Obmänner.

 

Meldeverpflichtung und Erleichterungen

Jeder eintragungspflichtige Rechtsträger ist grundsätzlich verpflichtet, die wirtschaftlichen Eigentümer selbst oder durch ihren Vertreter wie z.B. Steuerberater oder Anwalt einzutragen. Wo es allerdings bereits öffentliche Register gibt, sind umfangreiche Befreiungen von der Meldepflicht vorgesehen. So müssen z.B. OGs, KGs nicht melden, wenn alle persönlich haftenden Gesellschafter natürliche Personen sind. Bei GmbHs entfällt die Meldepflicht, wenn alle Gesellschafter natürliche Personen sind. Auch Vereine müssen nicht melden, da diese im Vereinsregister eingetragen sind. Durch diese Befreiungen dürfte sich die Meldepflicht für den Großteil erübrigen.