23.10.17

Dienstleistung über die Grenze

EU-Unternehmen genießen Dienstleistungsfreiheit und dürfen ins EU-Ausland rüberarbeiten. Für bestimmte Tätigkeiten muss man eine Dienstleistungsanzeige aufgeben.

Builder waving a European flag

Dienstleistung im EU-Ausland (Outbound)

Wenn Sie im EU-Ausland tätig werden wollen, ist zu unterscheiden, ob Sie die Tätigkeit nur vorübergehend und gelegentlich ausüben möchten, oder ob Sie sich auf Dauer niederlassen möchten. EU-Bürger dürfen vorübergehende und gelegentliche Dienstleistungen unter den gleichen Voraussetzungen wie im Heimatland ausüben.

 

Das bedeutet: Wer in der Heimat berechtigt ist, eine bestimmte Dienstleistung auszuüben, der darf das auch im EU-Ausland, solange das Rüberarbeiten nicht dauerhaft ist.

 

Die einzelnen EU-Staaten haben dabei geregelt, ob und welche Meldeverpflichtungen es im jeweiligen Staat gibt. Meldeverpflichtungen in Form einer Dienstleistungsanzeige betreffen vor allem reglementierte Gewerbe und freie Berufe wie Steuerberater oder Zivilingenieure.

 

Tipp: Informationen finden Sie im Internet und bei Ihrer Interessensvertretung (z.B. Außenhandelsstellen der Wirtschaftskammer).

 

Hereinarbeiten nach Österreich (Inbound)

Wenn EU-Unternehmen in Österreich vorübergehend und gelegentlich eine Dienstleistung erbringen wollen, so können Sie das unter den gleichen Voraussetzungen wie Österreicher tun. Bei reglementierten Gewerben ist eine Dienstleistungsanzeige vor der erstmaligen Aufnahme der Tätigkeit erforderlich.

 

Information des Wirtschaftsministeriums zu grenzüberschreitenden Dienstleistungen

 

Mitarbeiter über die Grenze

Oft erledigen Mitarbeiter die Dienstleistung im EU-Ausland. Sie werden entsendet. Auch hier gibt es Meldevorschriften in den einzelnen EU-Ländern.

 

Achtung: Vom Thema Entsendung bzw. Überlassung nach auch Österreich sind österreichische Unternehmen betroffen, wenn sie ausländische Unternehmen beauftragen. Bei Überlassung besteht auch für den Empfänger der Leistung (Beschäftiger) Meldepflicht mit dem Formular ZKO4. Bei Unterlassung drohen Strafen bis 10.000 Euro!

 

Informationen im Inbound-Fall finden Sie unter: www.entsendeplattform.at

Informationen im Outbound-Fall erhalten Sie von Ihrer Interessensvertretung.

15.10.17

Zinsen für Steuernachzahlungen aus 2016

Ab 1. Oktober laufen Zinsen für Nachzahlungen aus dem Vorjahr. So vermeiden Sie Zinsen:

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Wie jedes Jahr verrechnet die Finanz ab Oktober Zinsen auf Nachzahlungen für das Vorjahr aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer. Derzeit beträgt der Zinssatz 1,38 Prozent pro Jahr. Die Verzinsung beginnt mit 1. Oktober und endet mit der Erstellung des Bescheides.

Zinsen werden nur dann fällig, wenn sie 50 Euro übersteigen. Damit kann sich durch den niedrigen Zinssatz auch ein längerer zinsenfreier Zeitraum ergeben:

13.09.17

Rechtssicherheit für Arbeitgeber

Werkvertrag oder Dienstverhältnis? Diese Frage klärt sich bei der Beschäftigung von Mitarbeitern oft erst bei einer Lohnabgabenprüfung. Das Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetz regelt die Vorgangsweise bei Einstellung und was bei einer Umqualifizierung zu tun ist.

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Klärung bei Einstellung

Bei neuen Selbstständigen, bestimmten freien Gewerben und bei Aufnahme einer bäuerlichen Nebentätigkeit wird mittels Fragebogen geprüft, ob man selbstständig oder unselbstständig erwerbstätig ist und welche Versicherung versichert. Die betroffenen Versicherungsträger prüfen die Zuordnung. Nach Einigung mit dem Dienstgeber ist die Zuordnung bindend, solange sich der Sachverhalt nicht ändert.

 

Umqualifizierung

Wird ein Werkvertragsnehmer im Rahmen einer Lohnabgabenprüfung zum Dienstnehmer umqualifiziert, hatte das für den unfreiwilligen Arbeitgeber unangenehme Folgen. Er musste die vollen Dienstnehmer- und Dienstgeberbeiträge plus Zinsen an die Gebietskrankenkasse (GKK) bezahlen. Der Mitarbeiter bekam zwar die SVA-Beiträge refundiert, konnte diese aber ohne Vereinbarung behalten.

6.09.17

So will die Finanz Steuersünder aufspüren

Ein neues Verfahren – Predictive Analytics – soll mit größerer Treffsicherheit prüfungswürdige Unternehmen aufspüren. Besonders unangenehm, wenn man selbst zu einem Prüfungsfall wird.

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Beim Verfahren des „Predictive Analytics“ werden großen Datenmengen systematisch untersucht, um bestimmte Muster von Abgabensündern zu erkennen. Die Finanz kann auf einen riesigen Datenschatz durch elektronische Steuererklärungen und Jahresabschlüsse inkl. Kennzahlen zurückgreifen und nutzt diese Big Data zur Vorhersage, wer wahrscheinlich ein schwarzes Steuer-Schaf ist.

 

Die Finanz hat berechnet, dass man durch den Einsatz der Predictive Analytics Software ein Mehrergebnis von 10.000 Euro erzielen kann. Bisher brachte jede zweite Betriebsprüfung weniger als 3.600 Euro. Es wäre grundsätzlich zu begrüßen, wenn die tatsächlichen Steuersünder aufgedeckt werden. Ob das Mehrergebnis tatsächlich erzielt wird, werden die nächsten Jahre zeigen.

1.09.17

Änderungen beim NeuFöG

Gründer sind durch das Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) von Gebühren und einigen Abgaben befreit. Mit Ende Juli wird der Zugang noch einfacher.

Zartes Pflänzchen

Um in den Genuss der NeuFöG-Befreiungen zu kommen, muss sich eine Gründerin oder ein Gründer beraten lassen. Bei Unternehmen mit Gewerbeschein macht das die Wirtschaftskammer, ohne gesetzliche Vertretung die SVA. Ab 31. Juli 2017 darf nun auch die Wirtschaftskammer Beratungen für Gründer ohne Berufsvertretung durchführen. Damit sollen noch mehr Unternehmen die NeuFöG-Befreiungen nutzen können.

25.08.17

LEI-Nummer für Wertpapierhandel

Unternehmen brauchen für Wertpapiergeschäfte ab 2018 eine Legal Entity Identifier (LEI)-Nummer. Betroffene sollten sich bald darum kümmern.

businessman with a barcode in his nape

Beim LEI handelt es sich um eine 20stellige Kennnummer, die weltweit eine eindeutige Identifizierung von Teilnehmern am Finanzmarkt ermöglicht. LEI-fähig sind alle Unternehmen im Firmenbuch – damit auch eingetragene Einzelunternehmen -, Vereine und öffentliche Verbände wie Gemeinden. Nicht LEI-fähig sind Privatpersonen oder Einzelunternehmen ohne Firmenbucheintragung.

 

Die Banken müssen Wertpapiergeschäfte von LEI-fähigen Unternehmen und Institutionen ab 2018 mit LEI-Nummer an die Finanzmarktaufsicht (FMA) melden. Bei außerbörslichen Finanzderivaten muss bereits jetzt gemeldet werden. Die Banken beginnen derzeit, betroffene Unternehmen zu informieren.