Werbungskosten

Unter dem Begriff ?Werbungskosten? sind alle Aufwendungen und Ausgaben zu verstehen, die ein Steuerpflichtiger tätigt, um Einnahmen zu erwerben bzw. bestehende Einnahmen zu sichern und zu erhalten. Dies bedeutet, dass Werbungskosten in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen müssen.

Einige Werbungskosten wie Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung, Kammerumlagen, Wohnbauförderungsbeiträge oder das Pendlerpauschale (Erklärung des Steuerpflichtigen an den Arbeitgeber durch das Formular L 34) berücksichtigt der Arbeitgeber automatisch.
Jedem Steuerpflichtigen steht ein Werbungskostenpauschale in der Höhe von € 132,00 jährlich zu. Dieses Pauschale wird automatisch von der Lohnsteuerbemessungsgrundlage abgezogen, unabhängig davon, ob überhaupt Werbungskosten geltend gemacht werden oder nicht. Werbungskosten wirken sich also nur dann steuermindernd aus, wenn sie den Betrag von € 132,00 übersteigen.

Als Werbungskosten gelten € jeweils unter bestimmten Voraussetzungen € beispielsweise die Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und Werkzeuge, Arbeitszimmer, Aus- und Fortbildungen, Umschulungen, die Betriebsratsumlage, Computer, Fachliteratur, Fahrtkosten, Internet, Reisekosten, Sprachkurse, Studienreisen, Telefon und Handy.

Bei Computern (Wert > 400) wird davon ausgegangen, dass sie zu 40% privat genutzt werden. Wird der PC weniger als 40% privat genutzt, muss dies nachgewiesen werden können. Von den Anschaffungskosten (PC, Bildschirm und Tastatur als Einheit) müssen also zunächst 40% abgezogen werden. Der Rest wird dann auf die Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese beträgt zumindest 3 Jahre. Bei Anschaffungen in der 2. Jahreshälfte beträgt die Absetzung für Abnutzung nur die Hälfte des Jahresabschreibungsbetrages.

Beispiel: Anschaffung eines PCs (inkl. Bildschirm und Tastatur) am 1. Oktober 2009 um € 1.000,00. Dieser wird zu Hause aufgestellt und betrieblich genutzt. Die Nutzungsdauer beträgt 3 Jahre. Da eine Privatnutzung von weniger als 40% nicht nachgewiesen werden kann, muss ein Privatanteil von 40% von den Anschaffungskosten herausgerechnet werden.

€ 1.000,00 Anschaffungskosten – € 400,00 Privatnutzung ergibt eine betriebliche Nutzung von ? 600,00.

Die jährliche Abschreibung beträgt € 600,00 : 3 Jahre Nutzungsdauer = € 200,00.

Als Werbungskosten können daher geltend gemacht werden:
im Jahr 2009 € 100,00 (= € 200,00 : 2 weil Anschaffung in der 2. Jahreshälfte)
im Jahr 2010 € 200,00
im Jahr 2011 € 200,00
im Jahr 2012 € 100,00
ergibt in Summe: € 600,00

Siehe auch:
Pendlerpauschale
Abschreibung/Absetzung für Abnutzung
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Reisekosten